AktuellBarbara Englert

Klops braucht der Mensch
Lily Brett und die Kinder der Überlebenden des Holocaust, Teil III

Soirée am Dom, Szenische Lesung und Gespräch. Barbara Englert spielt und liest Szenen, Gespräch mit Jutta Kaußen und Eldad Stobezki

Special feature: Fleischbällchen von Eldad Stobezki nach Rezepten von Lily Brett aus „Chuzpe“.

Die weiblichen Hauptfiguren in Bretts Romanen ähneln einander auffallend. Mit ihren jeweiligen persönlichen Geschichten erzählt die Autorin mit sprühendem Witz und Humor stellvertretend jene ihrer Generation. Lily Brett III und die Kinder der Überlebenden des HolocaustZuerst dem Schweigen der Eltern ausgesetzt, begeben sie sich mutig auf schmerzhafte Spurensuche und finden nach allerlei Turbulenzen zuletzt zu einer Lebensform, die sie aus der Isolation befreit und mit anderen Menschen liebevoll verbindet. Auch wenn sie zu einem Tätervolk gehören.

Der letzte Abend mit Texten von Lily Brett beschäftigt sich mit den Verwirrungen im Roman „Chuzpe“. Trotz aller Widrigkeiten kommt es zu guter Letzt zur Versöhnung. Eine große Rolle spielt dabei das Essen und – die Liebe.

Haus am Dom
Domplatz 3
60311 Frankfurt

09.02.2012, 19:30 Uhr - 21:30 Uhr
€4, ermäßigt €3

Theater auf dem Dach der Zeilgalerie
Clemens J. Setz : MAUERSCHAU : Deutsche Erstaufführung : Wiederaufnahme

am 24. und 25. November um jeweils 19 Uhr.
Eintritt: Nach eigenem Ermessen

Dachcafé in der Zeilgalerie,
Dachterrasse, Ebene 9.
Zugang über Kinotunnel Expressaufzug
oder Haupteingang
Zeilgalerie, Zeil 112-114, 60313 Frankfurt am Main

Nächster Termin

MAUERSCHAU: 10. 12. 2011, 20h
Orange Peel, Kaiserstraße 39
60329 Frankfurt am Main.
http://www.orange-peel.de/?m=20111210&cat=3)

Vom Wohnzimmerfenster aus beobachten ein junges Paar und ein Freund einen Stalker im Hof, der einer Nachbarin nachstellt. Was als harmlose Feierabendbeschäftigung beginnt, eskaliert plötzlich, und nun versuchen sie, mit den seltsamsten Mitteln den Verstrickungen von Terror und subtiler Gewalt zu entkommen. Verstand und Logik bleiben dabei auf der Strecke, komische, groteske und peinliche Situationen wechseln einander ab.

Regie: Barbara Englert;
Dramaturgie: Jutta Kaußen;
Klang und Bühne: Jonas Englert;
Video: Gilda Weller;
Assistenz: Leonie Englert

Clemens J. Setz (geboren 1982) gehört zu den spannendsten und meistbeachteten jungen deutschsprachigen Autoren. Schon seine ersten beiden Romane „Söhne und Planeten“ und „Die Frequenzen“ erregten große Aufmerksamkeit und wurden mit Preisen bedacht. Für seinen neuesten Erzählband „Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes“ erhielt er den Preis der Leipziger Buchmesse 2011. MAUERSCHAU ist sein erstes und bislang einziges Theaterstück. Den Kontakt mit dem Autor knüpften Barbara Englert und Jutta Kaußen bei der Arbeit an dem Fotokunstprojekt „MOMENTUM. Dichter in Szenen“ (Fotografien von Alexander Paul Englert), das noch bis 8. Januar 2012 im Frankfurter Goethe-Haus zu sehen ist.

Mit der deutschen Erstaufführung von Clemens J. Setz' MAUERSCHAU, starteten die Frankfurter Regisseurin und Schauspielerin Barbara Englert und ihre Gruppe ein Experiment: Das Theater kam zum Publikum – denn das Stück wurde nicht an den üblichen Theaterspielstätten in Frankfurt aufgeführt, sondern in dem vorübergehend leerstehenden Dachcafé auf der Dachterrasse der Zeilgalerie. Auch die Proben standen dem Publikum offen. Es war zu beobachten, wie das Stück Theaterstück mit den Schauspielern erarbeitet wurde, Elemente der Inszenierung wie Video, Raum- und Klanginstallationen hinzukamen und der Raum sich immer stärker veränderte. Passanten traten ein, blieben eine Weile und gingen wieder,  oder sie warteten auf eine Pause und stellten Fragen, Gruppen von Schülern verteilten sich auf den Sitzgelegenheiten oder setzten sich auf den Boden und schauten zu. Mit dem Theater als solchem offenbar nicht vertraut, nahmen gerade sie besonders Anteil: als „Marianne“ in einer Szene die Nerven verliert und weint, standen zwei Jungen auf und wollten hin zu ihr, um sie zu trösten. Besonders beeindruckt waren die Jugendlichen auch von „Georg“, der in der letzten Szene betrunken ziemlich viel Unsinn macht. Zu ihrem großen Erstaunen war „der“ danach gar nicht betrunken. „Hat er das nur gespielt? Das hat er aber gut gemacht“, lautete ihr Kommentar. Was sie auch wissen wollten, war, wo wir denn unsere Kameras hätten. Unter „Film“ konnten sie sich etwas vorstellen. Jetzt wissen sie, dass Theater so etwas ähnliches ist wie Film, nur ohne Kameras, und dass das in einem Raum stattfindet. In dem man ganz nah mit dabei sein kann.

www.be-frankfurt.de / www.x-qm.de / www.zeilgalerie.de

Wir danken: Heiner Blum, Jens Buschbacher, Alexander Paul Englert, Christian Kaufmann, Karl Krause, Ferdinand Paul, Jakob Sturm und Jörg Zimmermann

Mit freundlicher Unterstützung: Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, xqm, Zeilgalerie Frankfurt

Fotos: Alexander Paul Englert.

Heinrich von Kleist
Michael Kohlhaas

Vortrag
Prof. Dr. Klaus Lüderssen

Lesung
Barbara Englert

Dienstag 22. November 2011, 19 Uhr

Großer Hirschgraben 23-25
60311 Frankfurt am Main
Tel. (0 69)138 80-0

 

Der Humor hat mich gerettet.
Lily Brett und die Kinder der Überlebenden des Holocaust, Teil II
Soirée am Dom mit Barbara Englert (Schauspiel), Jutta Kaußen (Dramaturgie) und Eldad Stobezki (Literaturvermittlung, Übersetzung)

Frankfurt.- „Wenn Sie Eltern haben, die sehr traumatisiert wurden, dann ist nichts, was Ihnen selbst passiert, vergleichbar … aber auch die Kinder der Täter hatten große Probleme. Das gleiche Schweigen, Anzeige Momentumdie gleiche Schuld, die gleiche Scham.“ Lily Brett, Tochter von KZ-Überlebenden, hat ihr Werk der Erforschung des Holocaust und dem Verständnis und der Versöhnung von Opfern und Tätern gewidmet. Mit ihren Romanen bricht sie in das allgemeine Schweigen ein, ihr Witz und Humor lassen eine besondere Art der Annäherung und Verarbeitung des Schreckens zu. „Zu viele Männer“ ist ihr umstrittenster Roman. Der Abend widmet sich mit szenischer Lesung und Gespräch seinen kontrovers diskutierten Inhalten.

Am 17. 11. 2011 um 19 Uhr
Haus am Dom
Domplatz 3
60311 Frankfurt

Theater auf dem Dach der Zeilgalerie
Clemens J. Setz: MAUERSCHAU: Deutsche Erstaufführung
am 23. und 24. September um jeweils 18 Uhr, der Eintritt ist frei
Dachcafé in der Zeilgalerie, Dachterrasse, Ebene 9.
Zugang über Kinotunnel Expressaufzug oder Haupteingang
Zeilgalerie, Zeil 112-114, 60313 Frankfurt am Main

Anzeige Momentum Mit ihrem neuen Theaterprojekt, der deutschen Erstaufführung von Clemens J. Setz‘ MAUERSCHAU, startet die Frankfurter Regisseurin und Schauspielerin Barbara Englert mit ihrer Gruppe ein Experiment: Das Theater kommt zum Publikum – denn das Stück wird nicht an den üblichen Theaterspielstätten in Frankfurt aufgeführt, sondern in dem vorübergehend leerstehenden Dachcafé auf der Dachterrasse der Zeilgalerie. Möglich wurde dies durch die Zusammenarbeit mit xqm, der Initiative von Professor Heiner Blum von der HFG in Offenbach und dem Raumkünstler Jakob Sturm.

Den Kontakt mit dem 1982 geborenen Autor knüpften Barbara Englert und Jutta Kaußen bei der Arbeit an dem Fotokunstprojekt „MOMENTUM. Dichter in Szenen“ (Fotografien von Alexander Paul Englert), das noch bis 8. Januar 2012 im Frankfurter Goethe-Haus zu sehen ist. Clemens J. Setz gehört zu den spannendsten und meistbeachteten jungen deutschsprachigen Autoren. Für seinen neuesten Erzählband „Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes“ erhielt er den Preis der Leipziger Buchmesse 2011. MAUERSCHAU ist sein erstes und bislang einziges Theaterstück:

Vom Wohnzimmerfenster aus beobachten ein junges Paar und ein Freund einen Stalker im Hof, der einer Nachbarin nachstellt. Was als harmlose Feierabendbeschäftigung beginnt, eskaliert plötzlich, und nun versuchen sie, mit den seltsamsten Mitteln den Verstrickungen von Terror und subtiler Gewalt zu entkommen. Verstand und Logik bleiben dabei auf der Strecke, komische, groteske und peinliche Situationen wechseln einander ab.

Die Proben in der Zeilgalerie haben bereits begonnen. Auch das ist Teil des Experiments: Was alles dazugehört, bis ein Stück Premiere hat, wie ein Theaterstück mit den Schauspielern erarbeitet wird, konstitutive Elemente der Inszenierung wie Video, Raum- und Klanginstallationen hinzukommen und eingesetzt werden, können Interessierte verfolgen - die Proben stehen für das Publikum offen.

Clemens J. Setz : MAUERSCHAU : Deutsche Erstaufführung
am 23. und 24. September um jeweils 18 Uhr, der Eintritt ist frei
Dachcafé in der Zeilgalerie, Dachterrasse, Ebene 9.
Zugang über Kinotunnel Expressaufzug oder Haupteingang

Mit Thomas Hupfer, Victoria Schmidt, Cyril-Elias Sjöström
Regie: Barbara Englert;
Dramaturgie: Jutta Kaußen;
Klang und Bühne: Jonas Englert;
Video: Gilda Weller;
Assistenz: Leonie Englert

www.be-frankfurt.de / www.x-qm.de / www.zeilgalerie.de

Wir danken: Heiner Blum, Jens Buschbacher, Alexander Paul Englert, Christian Kaufmann, Karl Krause, Ferdinand Paul, Jakob Sturm und Jörg Zimmermann

Mit freundlicher Unterstützung: Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, Naspa Stiftung, x-qm, Zeilgalerie Frankfurt

Am 3.9. findet um 15.30h im hr-Sendessal
ein ganz besonderes Konzert für Kinder ab 8 Jahren und für Erwachsene statt:
Das Antares-Ensemble spielt die Bläserfassung von Mendelssohn-Bartholdys „Ein Sommernachtstraum“.

Die Schauspielerin Barbara Englert schlüpft in viele verschiedenen Rollen der Shakespeare- Komödie und spielt – in einer Neuübersetzung von Jutta Kaussen - die verwickelte Geschichte von Verzauberungen, Irrtümern und einem großen Happy End. hr2-kultur überträgt das Konzert live. Wer im Sendesaal dabei sein möchte: Es gibt Karten für 7,50 Euro (Kinder) bzw 11 Euro (Erwachsene).

MOMENTUM. Dichter in Szenen
Frankfurter Goethe-Haus
vom 21. August 2011—8. Januar 2012
Eröffnung: Sonntag, 21. August 11h

Es spricht Durs Grünbein

Führungen am Museumsuferfest:

Anzeige MomentumAlexander Paul Englerts Fotografien zeigen herausragende Autorinnen und Autoren in Alltagsszenen oder an Orten, die den Impuls zur Produktion eines literarischen Textes gegeben haben. Gemeinsam mit den Autoren wurden diese Fotografien als „authentische Fälschungen“ inszeniert.

Fotografien: Alexander Paul Englert
Künstlerische Mitarbeit: Barbara Englert
Konzeption und Organisation: Jutta Kaußen

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Wienand Verlag Köln.

Mit den Autorinnen und Autoren:
Arnfrid Astel, María Cecilia Barbetta, Paulus Böhmer, Ann Cotten, Ulrike Draesner, Gerhard Falkner, Michaela Falkner, Marjana Gaponenko, Wilhelm Genazino, Oliver Grajewski, Durs Grünbein, Bodo Kirchhoff, Angela Krauß, Ursula Krechel, Michael Krüger, Hanne Kulessa, Dea Loher, Ulli Lust, Andreas Maier, Olga Martynova, Robert Menasse, Martin Mosebach, Emine Sevgi Özdamar, Steffen Popp, Angelika Reitzer, Monika Rinck, Verena Roßbacher, Silke Scheuermann, Clemens J. Setz, Ingo Schulze, Raoul Schrott, Josef Winkler.

Allein mit der Leiche
Satirisches Diskurs-Theater.
Vier Vorstellungen im März 2011: 24. + 25. + 26. + 27. – jeweils 20:00 , sonntags 18:00

Die Uraufführung war am 3.6.2010
Im Frankfurter Autoren Theater

Satirisches Diskurs-Theater
Inszenierung: Barbara Englert
Dramaturgie: Jutta Kaußen
Sound-Installation und Bühne: Jonas Elias
Alle Rollen: Barbara Englert

Barbara Englert - Allein mit der Leiche Ohne Leiche kein Krimi, stellt die arbeitslose Schauspielerin fest, als sie eine in einem Tatort spielen soll. Ganz klar ist dies die wichtigste Rolle. Und weil sie sich immer gründlich vorbereitet, stellt sie Fragen und forscht nach. Was macht die Faszination der Leiche aus? Warum sind so viele in der bildenden Kunst und den Medien weiblich und schön? Was bedeutet die Spurensuche am toten Körper und warum gibt es so viele Krimis mit Pathologen als Hauptfiguren? Und welche Rolle spielten die Leichen von charismatischen Königen und politischen Anführern für den Machterhalt der Nachfolger? Zuletzt bleibt auch noch das Rätsel zu lösen, warum Michael Jackson den Leichnam von James Brown geküßt hat. Sie stößt auf ungewöhnliche Personen, die sich mit dem Thema beschäftigen und kuriose Geschichten erzählen. Wie die Lebenden mit den Toten umgehen und was einer Leiche so alles widerfahren kann, hat sie sich in ihren kühnsten Träumen nicht ausmalen können.

Kritik in der Offenbach Post (Peter Michalzik)

Die Autorin: Lauren B. Jones

*1978 in Frankfurt am Main, wuchs als Tochter eines amerikanischen Vaters und einer deutschen Mutter zweisprachig auf. 1988 zog sie mit ihrer Familie nach Milwaukee/Wisconsin und besuchte dort die High School. Nach der Scheidung der Eltern 1993 kehrte sie mit der Mutter nach Frankfurt zurück. 1999 schrieb sie sich an der University of Wisconsin–Madison ein, studierte im Rahmen der Visual Culture Arts Kunst und Kunstgeschichte, ohne sich an das Curriculum zu halten, und spezialisierte sich auf die Themen Material Images, Science Visualising, the Senses, Experience und ergänzend Creative Writing. Mit ihren künstlerischen Arbeiten in Text und Bild nahm sie an Ausstellungen und Theater-Performances der Visual Culture Focus Group, einer Gruppierung der jungen, künstlerischen Studentenszene, teil. Seit 2005 lebt sie wieder in Frankfurt, schreibt und arbeitet konzeptionell kunstspartenübergreifend.

Eine Produktion von theater be als Gastspiel im Frankfurter Autoren Theater.

Keine einfache Sache
Lily Brett und die Kinder der Überlebenden des Holocaust

Soirée am Dom, Szenische Lesung und Gespräch mit Barbara Englert, Schauspielerin, Regisseurin und Eldad Stobezki, Vermittler israelischer Literatur
Ort: Haus am Dom
Domplatz 3
60311 Frankfurt
Kosten 4 €, ermäßigt 3 €
Termin 10.03.2011, 19:30 Uhr - 21:30 Uhr

Dramaturgie: Jutta Kaußen

Lily Brett und die Kinder der Überlebenden des HolocaustFrankfurt.- Ihre Kindheit und Jugend verbrachte Lily Brett, Tochter von Holocaust-Überlebenden, inmitten von jüdischen Familien in Australien, die eine ähnliche Geschichte wie ihre eigene hatten und darüber schwiegen. Brett schildert in ihren Romanen die Nöte der Überlebenden der Zweiten Generation, ihren Umgang mit den Eltern und deren Vergangenheit, ihre Unsicherheiten und Verwirrungen, ihre Suche nach sich selbst. Die Autorin verschweigt nichts, sie schaut und hört genau hin und forscht weiter. Ihre große Kunst besteht darin, ihren Geschichten ungeahnt komische Situationen abgewinnen zu können. Ihr Werk ist dem Verständnis und der Versöh­nung gewidmet.

Barbara Englert liest und spielt an mehreren Abenden Szenen aus Bretts Romanen.

DON KARLOS
Der Film

Dokumentation eines Theaterprojektes mit Schülerinnen und Schülern der SchuB-Klasse der Haupt- und Realschule Innenstadt, Frankfurt.

11. 12. 2009 um 15h im Kino des Deutschen Filmmuseums in Frankfurt am Main, Schaumainkai 41.

Da das Kino im Filmmuseum nur 140 Plätze hat ist die Anmeldung dringend erforderlich. Anmeldung bitte an Florian.Hoehr@kinderschutzbund-frankfurt.de

Plakat - Don Karlos, Der FilmRegie: Barbara Englert;
Dramaturgie: Jutta Kaußen;
Bühne und Kostüme: Margarete Rose;
Musik: Jonas Englert;
Film, Dokumentation und Aufzeichnung der Premiere: Felix Rudolph von Niebelschütz, Offener Kanal Offenbach;
Textarbeit mit den SchülerInnen: Katharina Ackermann.

Mit nichts Geringerem als der Inszenierung von Schillers Don Karlos wagte die bekannte Frankfurter Schauspielerin und Regisseurin Barbara Englert ein Experiment mit Hauptschülern, die nach einer mißglückten Schulkarriere nun in einer SchuB-Klasse ihre letzte Möglichkeit nutzen, den Hauptschulabschluß zu erwerben.

Die Schülerinnen und Schüler sollten nicht nur mit dem Text ihre Rollen einstudieren, sondern auch erfahren, wie körperliche Bewegung eingesetzt wird, um einen überzeugenden Charakter auf der Bühne darzustellen. Unter der Leitung des Offenen Kanals Offenbach/Frankfurt filmten sie selbst, wurden gefilmt, inszenierten und lernten dabei, mit dem Medium umzugehen. Auch an der Gestaltung der Kostüme und des Theaterraums beteiligten sich die Jugendlichen und eigneten sich darüberhinaus musikalische Grundbegriffe im Klavier- und Synthesizerspielen an.

Am Beginn des neuen Schuljahrs Ende August 2009, erschienen die 15 Schülerinnen und Schüler zum ersten Mal. Nach der ersten Lesung gab es nur ratlose Gesichter: Die Jugendlichen verstanden Sprache und Inhalt nicht und erklärten, sie seien sowieso außerstande, solche Mengen an Text auswendig zu lernen.

Zu ihrer eigenen Überraschung konnten sie es doch – trotz der vielfältigen Anforderungen, vielleicht sogar Überforderungen, entdeckte jede/r bei sich bisher kaum geahnte Fähigkeiten. In 19 Tagen (davon waren 2 Drehtage) und an 3 Nachmittagen erarbeiteten sie das gesamte Stück. Während dieser Zeit wuchsen ihr Interesse und Engagement. Sie lernten, daß sie zusammenarbeiten mußten und daß es beim Spielen auf jeden Einzelnen von ihnen ankam.

Nach der erfolgreichen Premiere im Oktober herrschte Hochstimmung: Ihr Einsatz hatte sich gelohnt, sie hatten einen Riesenerfolg errungen. Diese Erfahrung macht ihnen Mut, künftig auch Dinge anzupacken, die auf den ersten Blick als zu schwierig erscheinen.

Für diese Inszenierung wurde Schillers Versfassung des Stückes stark gekürzt. Konzentriert auf die Beziehungen zwischen den Hauptfiguren wurde der Konflikt zwischen Kirche und Staat weggelassen. Der politische Hintergrund der Freiheitskämpfe wurde, wenn auch reduziert, bewahrt.

Das Projekt wurde betreut vom Deutschen Kinderschutzbund Frankfurt e. V., der die Orangerie als Arbeits- und Veranstaltungsort mit der erforderlichen Logistik zur Verfügung stellte und dessen ehrenamtliche Mitarbeiter sich vielfältig unterstützend engagiert haben. Unser Dank gilt dem Geschäftsführer Florian Lindemann, ohne dessen Einsatz das Projekt so nicht stattgefunden hätte.

Wir bedanken uns bei dem Deutschen Filmmuseum in Frankfurt, Ulrike Stiefelmayer und Katja Rodtmann, die trotz der erheblichen Umbauarbeiten in ihrem Haus die Filmvorführung möglich gemacht haben.

Weiterhin danken wir: American Express Philanthropy, dem Stadtschulamt Frankfurt, dem Kulturamt der Stadt Frankfurt, dem Medienprojektzentrum Offener Kanal Offenbach/Frankfurt. Jutta Ebeling, Alexander Paul Englert, Matthias von Kriegstein und Jörg Zimmermann.

DON KARLOS
von Friedrich Schiller
mit den Hauptschülern der Haupt- und Realschule Innenstadt
Freitag , 9.10. und Samstag, 10.10.2009
19:30 Uhr Orangerie

Regie: Barbara Englert
Dramaturgie: Jutta Kaußen
Musik: Jonas Englert
Bühne: Margret Rose
Film: Felix Rudolph

Ich wiederhol’ es: Geben Sie, was Sie uns nahmen, wieder. Werden Sie von Millionen Königen ein König. Geben Sie Gedankenfreiheit!

F.Schiller, Don Karlos III.10

Florian (15 Jahre, alias Marquis Posa) hält das ihm persönlich gewidmete Textbuch am ersten Probentag in der Hand und bemerkt dazu:

Dieser Text — geht nicht rein, prallt einfach von meinem Kopf ab!

Und Piero (14 Jahre, alias Don Karlos) wendet sich fassungslos an die Regisseurin und Projektleiterin Barbara Englert:

Barbara — soo viel Text! Das geht nicht!

Und es geht doch:

Am Freitag- und Samstag-Abend, 9. und 10. Oktober um 19:30 Uhr in der Orangerie des Kinderschutzbundes im Günthersburgpark stehen alle 15 Jugendlichen der SchuB-Klasse (Schule und Beruf) auf der Bühne und präsentieren, was sie in den vergangenen sechs Wochen erarbeitet haben.

Friedrich Schiller hat im Alter von 23 Jahren ein Stück geschrieben, das geradezu prädestiniert ist für diese Jugendlichen von heute, die im Herbst 2009 angetreten sind, ihren Hauptschulabschluss nach zu holen.

Es geht um Freundschaft, Liebe, Treue, Ehre, Verrat, Macht und Hoffnung. Es geht aber auch um den Vater- Sohn-Konflikt, um Mutter und Sohn, um die Rolle der Frau, um Unterdrückung und Religion.

Kartenvorbestellung: über verwaltung@kinderschutzbund-frankfurt.de
oder telefonisch unter 069-970 901 10
Schüler ermäßigt: 5 €, Erwachsene 8 € (+ … Spenden werden gerne entgegengenommen).
Reservierte Karten müssen bis Mittwoch 7. Oktober 12:00 Uhr beim Deutschen Kinderschutzbund in der Comeniusstraße 37 abgeholt und bezahlt werden.

Im Namen aller Beteiligten bedanke ich mich herzlich für die Unterstützung durch die American Express Foundation, das Kulturamt der Stadt Frankfurt und durch die Bürgermeisterin Jutta Ebeling und das Stadtschulamt Frankfurt.

Matthias von Kriegstein, Jörg Zimmermann, Alexander Paul Englert

Young Euro Connect in Frankfurt am Main
Samstag, 19. September 2009 | Literaturhaus Frankfurt, 20 Uhr

Sprecherin: Barbara Englert
Sprecher: Joachim Nimtz
Moderator: Theo Koll, Moderator des ZDF-Magazins „auslandsjournal“

Eintritt frei
Anmeldung unter: culture@young-euro-connect.com

Schiller und die Frauen
Ich bin ein Mann – wer ist es mehr?
Szenische Lesung. Gedichte, Briefe und Szenen
aus Stücken von Friedrich von Schiller.

Schiller und die Frauen, PressephotoMit Barbara Englert
Text: Jutta Kaußen
Für Alexander Paul Englert

So., den 22.11.09, um 19:00 Uhr Pasinger Fabrik,
Kultur- und Bürgerzentrum der Landeshauptstadt München
August-Exter-Str. 1, 81245 München - am Pasinger Bahnhof
Eintritt: 9,-€ und ermäßigt 7,-€.
Telefon: 089/82 92 90 - 12

Am 22.Oktober um 20 Uhr in Hanau
Remisengalerie
Schloss Philippsruhe

Bis er sich seinen Traum von einem geordneten Familienleben verwirklichen konnte, fühlte sich der große deutsche Dichter zwischen Frauen höchst unterschiedlichen Herkommens und verschiedener Temperamente hin- und hergerissen. Ihre Bedeutung und ihren Einfluß, wie auch die seltsamen erotischen Verwicklungen, die sich ergaben, schildern seine Briefe. Wie sie überdies in die Darstellung der großen Frauenfiguren in seinem Dramenwerk eingegangen sind und in welche Konstellationen er sie gestellt hat, zeigt die szenische Lesung. Barbara Englert liest Gedichte und Briefe und spielt ausgewählte Szenen von Friedrich von Schiller.
Lesezeit ca. 75 Minuten.

So nah mit ihr
Bettina Brentano und Karoline von Günderrode

Wiederaufnahme am 17. und 18. September 09 um 20 Uhr
im Gallus Theater Frankfurt
Kleyerstr.15,
60326 Frankfurt
Karten: Tel. 069/758060-20

Die legendäre Freundschaft der beiden jungen Dichterinnen, tänzerisch dargestellt und begleitet von Originaltexten und zeitgenössisch bearbeiteten Kompositionen der Bettine.

Regie: Barbara Englert
Choreographie: Johanna Knorr
Texte: Bettina von Arnim, Karoline von Günderrode
Konzeption und Textbearbeitung: Jutta Kaußen
Kostümberatung: Berit Mohr
Musik: Bettina Brentano, bearbeitet und neu interpretiert von Jacob Bussmann
Lichtinstallation: Johannes Schmidt
Film: Gudrun Frank-Wissmann

Kassandra Christa Wolf

Waggonhalle Kulturzentrum e.V.,
Rudolf-Bultmannstr 2a, 35039 Marburg
10.06.09 Mittwoch 20:00 Uhr
Eintritt: 16,- € ermäßigt 8,- €
Frankfurter Gastspiel Hessischen Theatertage 2009
Tickets reservieren: Tel.: 06421 62 554 (AB)

„Nach den Tagen des Zorns“

Eine Lesung mit Barbara Englert
Musik: Jacob Bussmann
am 8. März und 5.April jeweils 16 Uhr
im Historischen Museum Frankfurt Main
Saalgasse 19, Tel. 069/212 35599
www.historisches-museum.frankfurt.de

Ingeborg Bachmann
Marion Gräfin Dönhoff
Marie Luise Kaschnitz
Agnes Miegel
Erika Runge

Fünf Frauen, sie schrieben während und nach der Nazidiktatur, keine ist typisch, und doch ist jede auf ihre Weise repräsentativ.
Eine Zeile aus dem Gedicht „Rückkehr nach Frankfurt“ von Marie Luise Kaschnitz „Nachden Tagen des Zorns“ stellt die Frage des Weiterlebens nach der Zerstörung durch die Faschisten, nach der Möglichkeit zu lieben, nach Gerechtigkeit, Emanzipation und der gesellschaftlichen Stellung der Frau.
Nachdem Faschismus tritt 1949 das Grundgesetz in Kraft, dass die Gleichberechtigung von Männern und Frauen festschreibt.
Dennoch konnte z. B. bis 1977 der Ehemann seiner Frau die Berufstätigkeit verbieten, und noch immer verdienen Frauen 25% weniger als Männer.

Zu irgendeiner Zeit und auf irgendeine Weise muss man es erfahren. Entweder man ist noch ganz jung oder man ist gar nicht mehr jung. Aber einmal muss man eserfahren, auf jeden Fall.
Muss man was erfahren, fragen Sie.
Dass die Existenz des Menschen eine tragische ist, sage ich.

Marie Luise Kaschnitz